In der Fertigung von Hydraulikbauteilen wie Hydraulikventilen, Hydraulikzylindern und insbesondere von komplexen Hydrauliksteuerblöcken ist das Entgraten eine entscheidende Prozessstufe. Grate, Materialüberstände oder feine Partikel entstehen zwangsläufig bei Bohr-, Fräs-, Dreh-, und Schneidoperationen. Selbst kleinste Gratreste können Durchflusskanäle verengen, den Dichtschluss beeinträchtigen oder spätere Partikelbildung verursachen. Das kann gravierende Folgen haben: Funktionsstörungen, erhöhte Wartungskosten und im schlimmsten Fall Ausfall ganzer hydraulischer Systeme.
Ziel des Entgratens ist daher die vollständige Entfernung von losen und scharfen Graten, ohne Funktionsteile, Dichtflächen oder Bohrungsgeometrien zu verändern. Besonders kritisch sind innenliegende Grate, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Hier sind Prozesssicherheit, Reproduzierbarkeit und die sichere Erreichbarkeit aller Konturen zentral – ein Bereich, in dem BOTT Smart Hydraulics langjährige Erfahrung und höchste Präzision einbringt.
Verfahrenstechnologien im Überblick
In der Hydraulikfertigung kommen mehrere etablierte Entgratverfahren zum Einsatz. Wir beherrschen und kombinieren sie projektabhängig, um für jede Anwendung die optimale Lösung bereitzustellen.
1. Manuelles Entgraten (Handentgraten)
Grate werden mit mechanischen Handwerkzeugen wie Entgratern, Feilen, Schleifstiften oder Bürsten direkt am Werkstück entfernt.
Einsatz: Kleinserien, Prototypen, empfindliche Sichtflächen, kritische Dichtbereiche.
Vorteile: Hohe Flexibilität, sofort umsetzbar, gezielte Feinkorrekturen.
Nachteile: Zeitaufwendig, qualitätsabhängig vom Bediener; in der Großserie begrenzt reproduzierbar; Gefahr von Beschädigungen an Dichtkanten oder Beschichtungen.
2. Thermisches Entgraten (TEM – Thermal Energy Method)
Ein Brenngas-Sauerstoff-Gemisch wird in einer hermetisch geschlossenen Kammer gezündet. Innerhalb weniger Millisekunden oxidieren alle Grate bei extremen Temperaturen von ca. 2.500–3.500 °C.
Einsatz: Serienfertigung, komplexe Innenkonturen (z. B. Steuerblöcke).
Vorteile: Vollständige Gratfreiheit auch in schwer zugänglichen Geometrien, hohe Prozesssicherheit, sehr kurze Zykluszeiten, „versiegelte“ Gratwurzeln reduzieren spätere Partikelbildung.
Nachteile: Investitions- und Betriebskosten, begrenzte Bauteilgröße.
3. Elektrochemisches Entgraten (ECM)
Grate werden mittels elektrolytischer Abtragung entfernt – ausschließlich bei elektrisch leitenden Werkstoffen.
Einsatz: Präzisionsbauteile, gratpositionsempfindliche Bauteile, kein thermischer Einfluss.
Vorteile: Sehr präzise, gleichmäßige Oberfläche, keine mechanische Belastung.
Nachteile: Prozesspflege, spezielle Anlagen, Kosten, Materialeinschränkungen.
4. Strömungsentgraten (AFM – Abrasive Flow Machining)
Ein abrasives Medium wird unter Druck durch Bohrungen/Kanäle gepresst und schleift Grate sowie Rauheiten ab.
Einsatz: Komplexe Strömungskanäle, Kombi mit Oberflächenoptimierung.
Vorteile: Gleichmäßige Bearbeitung auch bei schwer zugänglichen Kanälen.
Nachteile: Zeitlich und kostenseitig aufwendig, Handling des Mediums.
Best Practice bei BOTT Smart Hydraulics
Für Hydrauliksteuerblöcke mit komplexen Innengeometrien ist TEM heute der Stand der Technik für reproduzierbare, vollständige Entgratung. Bei sensiblen Dichtflächen oder Prototypen setzen wir zusätzlich manuelles Entgraten ein – entweder vor dem TEM-Prozess (Vorentgratung) oder als abschließendes Finishing.
Diese Kombination sorgt für:
- Produktivität in der Serie
- Kontrolle an kritischen Stellen
- Maximale technische Funktionssicherheit
- Verlängerte Lebensdauer der Komponenten
Qualitätssicherung – Prüfmethoden und Prozesse
Ein hochwertiger Entgratprozess endet nicht mit der Bearbeitung – er muss überprüfbar dokumentiert und abgesichert werden. Wir nutzen ein mehrstufiges Prüfkonzept:
- Visuelle Kontrolle mit Lupen, Mikroskopen, Otoskopen, LED-Ringlicht oder Streulicht
- Taktile Prüfung durch Abtasten mit Prüfnadeln oder Kantenfühlern
- Endoskopprüfung zur Inspektion tiefer Bohrungen und Kanäle
- Funktionsprüfung: Messung von Durchfluss, Druckverlust, Dichtigkeit (hydraulisch/pneumatisch)
- Sauberkeitsanalyse nach VDA 19 / ISO 16232 zur Erkennung verbliebener Partikel
- Mikroskopische und metallografische Analysen für Serienfreigaben
- Standardisierte Checklisten und Musterteile zur Qualitätssicherung im Tagesgeschäft
Prozessbegleitende Maßnahmen
- Vorversuche & Parameteroptimierung für Bauteilserie
- Serienüberwachung mittels Stichproben in festen Intervallen
- Reinigung nach dem Entgraten (Ultraschall, Spülen) zur Partikelentfernung
- Trocknung & Korrosionsschutz vor Verpackung
- Endkontrolle & dokumentierte Freigabe für Rückverfolgbarkeit
BOTT Smart Hydraulics – Ihr Partner für sicheres Entgraten
Unsere Kunden kommen aus unterschiedlichsten Branchen – vom Maschinenbau über die Mobilhydraulik bis zur Energie- und Verfahrenstechnik. Sie alle suchen zuverlässige, reproduzierbare und wirtschaftliche Entgratlösungen.
Mit unserer hohen Fertigungstiefe und strukturierten Prozessorganisation decken wir den gesamten Weg ab: von der Anforderungsanalyse über die Prototypenfertigung bis zur Serienproduktion.
Ergebnis: Bauteile mit maximaler Funktionssicherheit, Montagefreundlichkeit, reduzierten Betriebskosten und verlängertem Lebenszyklus.
Fazit:
Mit dem gezielten Einsatz von TEM, manuellem Entgraten und ergänzenden Verfahren wie ECM und AFM und kombiniert mit ausgereiften Reinigungsverfahren liefert BOTT Smart Hydraulics präzise, saubere und langlebige Hydraulikbauteile – geprüft, dokumentiert und wirtschaftlich gefertigt. Unser Anspruch: Entgratung auf höchstem technischen Niveau, abgestimmt auf die individuelle Anwendung.
Weitere Infos zu unseren Steuerblöcken unter
https://bott-hydraulik.de/produkte/hydraulik-steuerbloecke/



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Warum ist das Präzisionsentgraten von Hydrauliksteuerblöcken so kritisch und welche Rolle spielt TEM dabei?
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Wie stellt BOTT Smart Hydraulics sicher, dass die Entgratungsqualität von innenliegenden Graten reproduzierbar und fehlerfrei ist?